The danger of a single story

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich sehr, dass Ihr Euren Weg hier her gefunden habt. Ich bin Magdalena, 18 Jahre alt, und darf im Moment die Erfahrung eines Freiwilligendienstes in Tansania machen. Viele Grüße und ich halte Euch auf dem Laufenden!

Bevor und während Ihr meinen Blog lest, möchte ich Euch daraufhin weisen, dass alles, was ich hier erzähle nur eine Seite der Wahrheit ist und nur meine begrenzte Erfahrung. Ich werde zwar ein ganzes Jahr in Tansania verbringen, aber das macht mich noch lange nicht zur Expertin. Nicht einmal Deutschland könnte ich so beschreiben, dass jeder der dort lebt oder zu Besuch war, meiner Sichtweise zustimmen könnte, und ich lebe schon 18 Jahre in Deutschland. Schon in dem einen Monat, den ich hier verbracht habe, hat sich mein Bild von Tansania jeden Tag mehrfach gewandelt und es ist immer wieder faszinierend festzustellen, für meine Mitfreiwilligen und mich, wie unterschiedlich auch unsere Wahrnehmung ist, nur aufgrund meiner um einen Monat verschobenen Ankunft. Oft erzählen sie mir etwas, dass ich überhaupt nicht nachvollziehen kann und eine Woche später komme ich zu ihnen und wir lachen, weil ich jetzt endlich verstehe, was sie meinten. Ich bitte Euch also, meinen Bericht nicht als endgültig zu sehen, sondern dass Ihr Euch bewusst macht, dass er nur wie eine Momentaufnahme aus einem Film ist oder so, wie einzelne Stimmen aus einem Chor. Ich hoffe, Ihr nehmt Euch das zu Herzen und ruft mich nicht völlig enttäuscht an, wenn Ihr selbst mal nach Tansania kommt und alles ganz anders empfindet.

Um noch besser zu verstehen, was ich meine, könnt Ihr gerne dieses Video einer Nigerianerin über die „Gefahr einer einzigen Geschichte“ anschauen, das uns auch auf unserem Vorbereitungsseminar gezeigt wurde. Es ist sehr berührend wie Chimamanda Ngozi Adichie ihre eigene Erfahrung darstellt!

LG Lena

Englischunterricht und Weltkarte

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Projekte starten so langsam richtig durch. Als erstes haben wir eine Brieffreundschaft mit Lauras ehemaliger Schule in Landshut in Angriff genommen. Aber dazu muss ich weiter ausholen. Unser Tagesplan sieht im Moment so aus, dass wir morgens ins Office des Head Masters, Mr. Victor, gehen und ihn dort begrüßen und schauen, ob er Hilfe bei irgendetwas braucht oder ob er Aufgaben für uns hat. Danach gehen wir ins Lehrerzimmer und bereiten Unterrichtsmaterial für die anderen Lehrer vor, wie z.B. Landkarten malen oder Zahlentabellen, etc.. Es hat sich schnell rumgesprochen, dass wir einigermaßen gut malen können und seither bekommen wir verschiedene Malaufträge von Lehrern. Wir haben beispielsweise einen Menschen und Körperteile für Klasse 1 und 2 gemalt, oder ein Ernährungsplakat für Klasse 4, eine Karte und Importgüter aus Asien für den Geschichtsunterricht in Klasse 5,… .

Ich frage mich zwar manchmal, ob das wirklich so sinnvoll ist und ob wir nicht Aufgaben übernehmen, die die Lehrer selbst machen können, bin aber inzwischen sehr froh über diese Arbeit. Es hat ja keine Bücher für die Schüler und die meisten Lehrer würden diese Sachen tatsächlich nicht selber zeichnen. Unsere Plakate sehen wir auch direkt in Anwendung im Unterricht. Das ist wirklich schön. Der Unterricht an unserer Schule ist eigentlich immer Fontalunterricht, in dem die Lehrer reden, etwas anschreiben und die Schüler die Aufgabe im Heft lösen müssen und dem Lehrer zum korrigieren vorzeigen. Nichts da mit abwechslungsreichen Unterrichtsmethoden wie Gruppenarbeit, Rollenspiele, Overhead Projektor, Medieneinheit, Referate, Lernzirkel,… .

Am Nachmittag gehen wir dann zweimal die Woche mit einem Lehrer (Mr. Kirugi) in die Klasse und helfen ihm bei den Tafelanschrieben und beim Korrigieren. Danach geben wir inzwischen jeden Tag ein bis eineinhalb Stunden Englischunterricht für die 5. Klasse. Wir haben die 62 Kinder in fünf Gruppen eingeteilt, sodass wir jeden Tag 12-14 Kinder haben. Es klappt zwar noch nicht reibungslos…Ein kleines Beispiel: Die Zeit. Wir fangen immer um 16Uhr nachmittags an. Um 17Uhr oder später sind dann oft die Kinder da und wundern sich wieso wir dann nicht mehr ganz so lang machen können…oder was ein Hinderniss darstellt, ist, dass oft Kinder nach dem Unterricht aufs Feld des Schulpatron müssen und Mais anpflanzen oder ernten oder sie müssen die Schule saubermachen oder Wasser holen und können deshalb nicht zu unserem Unterricht kommen. Aber wir freuen uns sehr mit den Kindern, die da sind etwas machen zu können und es hat sich trotzdem auch schon eine „Stammgruppe“ rausgebildet, mit der wir echt viel Spaß haben.

Mit diesen Kleingruppen haben wir dann auch die Brieffreundschaft im Englischunterricht gestartet. Unsere Briefe sind nun fertig, nach einer „schweren Geburt“ konnten wir sie erfolgreich abschicken. Das war gar nicht so leicht, da die meisten Kinder oder ich würde sagen alle, noch nie einen Brief geschrieben haben, geschweige denn auf Englisch. Die Kinder haben uns schließlich gesagt, was sie sagen wollen und wir haben es für sie übersetzt. Eine meinte schließlich: Ninapenda walimu ya Kingereza – Ich liebe meine Englischlehrer. Das hat uns natürlich sehr gefreut. 🙂

Der Englischunterricht ist neben den anderen zeitlich begrenzten Projekten natürlich auch die ganze Zeit am laufen und wird immer flüssiger. Das zweite große Projekt ist die Weltkarte, die wir an die Wand malen sollen und auch schon malen. Damit haben wir die letzten zwei Wochen zu tun gehabt. Wir haben eine Karte mit Rastern auf Papier vorgezeichnet und nun die Wand weiß grundiert und auf eine 3,5 x 2,4m Fläche 3cm-große Raster gezogen. Wir haben uns wirklich etwas vorgenommen wird uns immer wieder klar und ich hoffe, dass wir noch fertig werden. Das Arbeiten an der frischen Luft und in der Sonne macht mir Spaß, auch wenn ich aufpassen muss, keinen Sonnenstich zu kriegen 😉 Und es ist gar nicht so einfach, alles zu planen, weil jetzt auch schon fast die große Regenzeit (Ende März) anfängt und man dann überraschend doch nicht arbeiten kann. Das zieht das ganze in die Länge.

Oder wenn man überraschenderweise krank wird und eine Woche ausfällt, wie es leider letzte Woche bei mir der Fall war. Aber morgen geht’s dann endlich wieder weiter. Und in zwei Wochen kommen schon Lauras Eltern zu Besuch nach Tansania. Da freuen wir uns auch schon sehr drauf! Dann sind nämlich auch schon Ferien und wir haben eine schöne Reise durch den Norden Tansanias geplant, die wir diesmal hoffentlich auch umsetzen können.

Soweit erstmal,

LG Lena

P.S. Tut mir leid, dass dieser Artikel keine Bilder hat. Ich wollte eigentlich ganz viele reinstellen von dem Unterricht, den Kindern, der Karte, …aber das funktioniert im Moment nicht. Ich werde es im Laufe der Woche nochmal versuchen. 😉

 

 

Ab an die Grenze nach Kenia

Liebe LeserInnen,

im letzten Beitrag habe ich über den Kampf um unser Visum berichtet. Der Ausgang steht nun fest: Wir bekommen keine Residence Permit (Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung für ein Jahr). Auch wenn es ein langer Prozess war und leider vieles an unserem Freiwilligenjahr erschwert hat, bin ich nun froh, endlich eine klare Antwort zu haben. Eine feste Entscheidung. Trotzdem müssen wir jetzt nicht sofort abreisen und müssen auch nicht aufhören zu arbeiten. In Musoma haben wir einen sehr netten Tansaner getroffen, der sich gut mit der Visarechtslage auskannte, da seine Organisation dieses Jahr 26 Freiwillige hat und er selbst die Probleme kannte. Von ihm haben wir erfahren, dass es ein neues Visum gibt. Ein sogenanntes Businessvisum. Mit diesem kann man für 3 Monate arbeiten. Dazu muss man jedoch an die Grenze fahren und aus- und wiedsereinreisen. Das haben wir dann schließlich versucht. Wir hatten natürlich auch ein  wenig Angst, dass es nicht klappt, und waren skeptisch, aber schließlich war es das einzig Sinnvolle, was wir noch versuchen konnten. Also sind wir am Dienstag, den 09.02.16 mit dem Bus nach Sirari (zur Hälfte tansanisch, zur Hälfte kenianisch) an die Grenze gefahren. Allein die Busfahrt war schon spannend. Es gibt auf „großen“, tansanischen Straßen oft kleine Erhöhungen, um die Geschwindigkeit zu begrenzen. (Geschwindigkeitsbegrenzende Schilder gibt es fast gar nicht, aber der Zustand der meisten Straßen ist für einen gesunden Menschenverstand eigentlich Geschwindigkeitsbegrenzung genug). Unser Busfahrer hatte aber anscheinend entschieden, dass es sich nicht lohnt, vor den Erhöfungen abzubremsen und dann wieder zu beschleunigen. So flog bei jeder Erhöhung der ganze Bus an die Decke und knallte wieder auf den Sitz. Bis schließlich einige Tansaner den Busfahrer zurechtgewiesen haben. Zum  Glück 🙂

In Sirari sind wir dann aufs Immigration Office. Das war vielleicht spannend und gar nicht so einfach, sich zurecht zu finden. Zum Glück war Laura hier schon einmal gewesen bei Ihrer Wiedereinreisa nach Tansania aus Kenia im Dezember. Im Immigration Office sind wir zum Glück an einen sehr netten Grenzbeamten gekommen, der zwar erst ein wenig skeptisch war, aber uns schließlich sehr geholfen hat. Also sind wir zuerst aus Tansania ausgereist, durch ein kleines Stück „Terrae Nullius“ (Niemandsland) gegangen und nach Kenia eingereist. Dort haben wir dann den Nachmittag verbracht und sind nachdem wir 5 Dollar in Kenian Shillings gewechselt hatten, Essen gegangen. Zum Vergleich. 1 Dollar sind ungefähr 2100 TSh (Tansanian Shilling) oder 100 KSh (Kenian Shillings).

Gegen abend sind wir dann wieder aus Kenia ausgereist und nach Tansania eingereist mit einem Businessvisum. Juhuuuuuu!!! Wir können jetzt also noch 2, 5 Monate bleiben bis zum 08.05.16 und dann geht es ab nach Germany. In dieser restlichen Zeit können wir aber jetzt endlich ungestört arbeiten, ohne Visumsstress. Für diese zwei einhalb Monate haben wir uns jetzt noch einige Projekte vorgenommen. Diese folgen im nächsten Beitrag. 😉

Alles Liebe und bis bald,

Magdalena

 

 

Erfahrungen vererben sich nicht, man muss sie alleine machen

Ich weiß, dass ich lange nicht mehr von mir hab hoeren lassen. Und je laenger ich nicht geschrieben habe, umso schwieriger ist es fuer mich wieder anzufangen, da es so viel zu berichten gibt. Laura und mir ist in den letzten zwei Monaten unglaublich viel passiert. Ich fange einfach mal an mit dem Beginn der Ferien am 1. Dezember.

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Abenteuerlustig und mit Vorfreude blicken wir auf die Ferien vor uns

Vom 1. Dezember bis zum 7. Dezember habe ich zusammen mit 9 anderen Freiwilligen einen Tauchkurs auf Pemba gemacht. Dieser Zeitabschnitt und die Landschaften und Bilder, die wir sehen durften, waren unglaublich schoen. Wir waren in der Swahili Divers Lodge direkt am Strand untergebracht. Mit zwei Tauchlehrern haben wir fast jeden Tag morgens und mittags einen Tauchgang unternommen und wunderschöne Meerestiere gesehen. Z.B. einen Oktopuss oder einen großen blauen Seestern, außerdem sehr viele Nemos (Anemonenfische) und Korallen. Am Ende konnten wir dann alle den Tauchschein zum open-water-diver absolvieren und sind jetzt stolze Besitzer eines Tauschscheins.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neben den schönen Dingen, die wir auf Pemba sehen und erleben durften, wurde Laura (meine Mitfreiwillige) leider krank und wir kamen dem Zeitpunkt, an dem unser Touristenvisum ausläuft, immer näher, ohne, dass wir eine Residence Permit (Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für zwei Jahre) hatten.

So war unser naechster Stop nach Pemba erst mal Dar es Salaam (Dar), die „inoffizielle“ Hauptstadt und Wirtschaftszentrum von Tansania. Dort starteten wir einen weiteren Versuch unsere Residence Permit zu beantragen (nach drei gescheiterten Versuchen), da alle Hauptaemter direkt vor Ort sind. Dieser Prozess sollte leider viel laenger und muehseliger werden als gedacht. Mit dem Regierungswechsel im Oktober hat sich naemlich auch das Verfahren fuer die Residence Permit geaendert. Anstatt des altbekannten Verfahrens, das uns von unserer Organisation erklaert worden war, sahen wir uns nun einem unbekannten Prozess gegenueber gestellt, den wir nicht verstanden, und sehr viel Buerokratie. Dass das Ganze auf Kiswaheli und Englisch ueber die Buehne lief, machte es uns auch nicht leicht. Wir wurden mehrere Wochen von Amt zu Amt geschickt und fast jedesmal wurde uns etwas anderes erzaehlt, jedesmal fehlte uns ein neues Dokument oder die Kosten des Visums hatten sich geaendert. Mit jedem weiteren Mal, das wir erfolglos weggeschickt wurden, stieg mein und, ich denke ich kann hier auch fuer Laura sprechen, unser Frust. Manchmal fuehlte ich mich schikaniert und vorgefuehrt, nicht ernstgenommen und oft ohnmaechtig. Fuer mich wurde es eine der haertesten Zeiten seit langem und die haerteste Zeit in Tansania (bis jetzt).

Trotzdem war die Zeit am Anfang in Dar es Salaam (Dar) auch schoen. Dar hat als Kuestenstadt und Millionenstadt (4,5 Mio. Einwohner) natuerlich einiges zu bieten. Wir haben trotz allem versucht auch die schoenen Seiten zu besuchen und uns viel mit Tansanern getroffen. So haben wir uns z.B. Hennatatoos machen lassen oder den groeßten Markt in Dar (Kariakoo) besucht, sind zum Strand gefahren und haben den botanischen Garten besucht.

Dass unser Visumsantrag sehr viel Zeit und Energie in Anspruch nahm, wurde uns dann noch bewusster, als unsere zwei Reisebegleiterinnen ohne uns weiterziehen mussten. (Was wir natuerlich auch fuer sie wollten). Wir hatten mit den zwei Freiwilligen aus unserem Nachbardorf (Jako und Marie) eigentlich eine Reise durch den Norden Tansanias geplant und wollten eine Woche vor Weihnachten wieder in Kigori sein, um Weihnachten zusammen mit der Gastfamilie und Jako und Marie zu feiern. Da die Zeit allerdings immer knapper wurde, verabschiedeten wir uns und hofften, dass wir auf der Haelfte der Reise wieder zusammentreffen koennten. Zusaetzlich zu dem Visumsstress, kam bei mir jedoch noch der Beginn einer Krankheit dazu. Laura und ich fuhren also abwechselnd ins Krankenhaus und zu den Aemtern, waehrend Lauras dead line fuers Visum immer naeher rueckte. Am 18. Dezember kam es dann zum „Vulkanausbruch“. Laura musste nachts Hals ueber Kopf nach Kenia ausreisen, weil ihr Visum abgelaufen war und fuer mich stand fest, dass ich wegen meiner Krankheit nach Deutschland fliegen musste. Um es kurz vorwegzunehmen und den Deutschland-und Keniaaufenthalt nicht als Ende stehen zu lassen: Ich bin am 2. Januar wieder zurueck geflogen und im Moment in Tansania und Laura ist wohlauf wieder in Butiama angekommen und konnte dort Weihnachten feiern.

Das alles war erst einmal sehr ernuechternd fuer mich und ich habe noch immer damit zu kaempfen, meine Vorstellungen und Erwartungen an den Freiwilligendienst loszulassen und zu verabschieden. Dass moechte ich hier auch allen zukuenftigen Freiwilligen zeigen oder auch meinen Nachfreiwilligen. Mein Freiwilligendienst ist ganz anders geworden als gedacht und nicht immer schoen. Ich schreibe das hier ganz bewusst rein, weil ich auch diese Seite des Freiwilligendienstes beleuchten moechte. Denkt natuerlich trotzdem daran, dass das nur meine Erfahrung ist und nur eine Geschichte (https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg , fuer die, die das Video „the danger of a single story“ noch nicht auf der Startseite meines Blogs gesehen haben).

Vom 21.12.15 bis zum 02.01.16 war ich in Deutschland und habe dort, mit einem weinenden und einem lachenden Auge, ein schoenes Weihnachtsfest und Silvester verbracht, dass es mir fast schwer fiel, wieder zurueck zu fliegen. Aber das wollte ich unbedingt, denn am 04.01. war unser Zwischenseminar auf Zanzibar und ich wollte gerne mit der ganzen Gruppe unsere bisherige Zeit reflektieren und schauen, wie es jetzt weitergehen kann. Nach dem Seminar und einer weiteren Woche danach bei Freiwilligen in Dar, in der wir noch einmal versucht haben (erfolglos) unsere Permit zu bekommen, sind wir endlich wieder in Kigori angekommen. Leider konnten wir nicht direkt in unser Haus einziehen, da in unserem Haeuschen an der Schule eingebrochen wurde. Es wurde jedoch nichts geklaut und unsere Wertsachen waren bei Freunden untergebracht.

Die Ankunft in Kigori war fuer uns beide sehr erleichternd und wir freuten uns endlich irgendwo ankommen zu koennen. Es fuehlte sich doch ein bisschen an wie nach Hause kommen, bekannte Gesichter zu sehen, die Wege und Geschäfte zu kennen, das angenehme Klima zu fuehlen (in Butiama ist es im Moment 15-23°, in Dar 35-40°) und nicht mehr aus dem Rucksack leben zu muessen. Ueber diese Dinge freuten wir uns sehr. Aber mit unserer Rueckkehr waren wir auch wieder mit einigen Schwierigkeiten von vor den Ferien konfrontiert. Zum einen betraf das unsere Arbeit. Es war fuer uns vor den Ferien sehr schwierig, uns an geeigneten Stellen in den Schulalltag einzubringen. Sozusagen unsere „oekologische Nische“ zu finden, ohne dass wir ueberfordert oder unterfordert waren. Meist spielte sich unser Alltag in einem dieser Extremen ab. Manches Mal waren wir total ueberfordert mit den Groeßen der Schulklassen (50-101 Schueler, dieses Jahr sogar 45-160 Schueler in den Klassen eins bis sieben) und damit, dass wir kein Kiswaheli sprechen oder unsere Autoritaet nicht durchzusetzen konnten. Ich erinnere mich noch an ein Extremes Beispiel aus der ersten Woche, in der wir mit ca. 300 Kindern alleine auf dem Schulhof waren, weil alle Lehrer nicht mehr anwesend waren. Das passiert leider oefter oder, dass wir zusammen mit einem Lehrer in die Klasse gegangen sind und dann alleine gelassen wurden. Was es zusaetzlich erschwert, ist, dass an unserer Schule nicht auf Englisch unterrichtet wird, sondern auf Kiswaheli und wir am Anfang natuerlich kaum ein Wort sprechen oder verstehen konnten. So ist es uns am Anfang sehr schwer gefallen eine fuer uns sinnvolle und zu bewerkstelligende Arbeit zu finden, was wir auch bis zum Dezember nur teilweise geschafft haben. Wir haben versucht eigene Projekte am Nachmittag zu starten, wie z.B. Malen oder Fußballspielen. Das hat aber oft nur bedingt geklappt und sich am Ende in der Menge verlaufen, da immer mehr Schueler zu der interessanten Gruppe um die „Wazungus“ (Europaeer) kamen.  Außerdem bekamen wir einfach keine Routine in unsere Arbeit, da die Kinder öfter mal zu anderen Zeiten kamen als verabredet. Das andere Problem betraf unsere Wohnsituation. Wir waren wohl am Anfang etwas zu locker mit den Schuelern und haben diese einfach in unser Haus gelassen, um mal zu sehen wie die „Wazungus“ so leben. Das waren  interessante Nachmittage, z.B. wunderten und freuten sich die Kinder sehr darueber, dass wir auch mit einem „Jiko“ (Kohlestelle) kochen und fanden es wahnsinnig spannend unsere Familienfotos und elektronischen Geraete anzuschauen und auszuprobieren. Dabei sind auch einige lustige Bilder entstanden. (Die ich auf Grund sehr schlechter Internetverbindung spaeter hochlade)

Eine Zeit lang war das sehr schoen fuer uns, aber schließlich wurde fast im fuenf-Minuten-Takt an unsere Tuer geklopft oder „Hodi?!“ („Darf ich eintreten?“, ist aber mehr eine rethorische Frage) gerufen. Das war uns zum Schluss dann doch zu viel.

Die neuen Aufgaben in Kigori fuer uns waren es also, endlich eine Arbeit zu finden, die wir als sinnvoll fuer uns empfinden, geregelte Arbeitszeiten einzufuehren, und unsere Privatsphaere im Haus zu schuetzen. Vieles davon ist uns nun endlich, endlich, endlich gelungen. Wir haben Vorhaenge im Haus, koennen die Kinder inzwischen auf Kiswaheli rausschicken, geben uns selbst Aufgaben, wie z.B. Stundenplaene fuer die Klassenzimmer zu zeichnen oder bereiten Unterrichtsmaterial fuer die Lehrer vor, ohne die Klassen zu unterrichten, und wollen jetzt bei dem Bau einer sanitaeren Anlage fuer die Lehrer helfen. So langsam habe ich das Gefuehl, dass ich hier ankommen kann und besonders in unserem Dorf haben wir in der letzten Woche viele neue Bekanntschaften gemacht. Es gibt so viel was ich im Moment gerne noch erzaehlen wuerde, aber ich denke, das hier reicht erst einmal fuer einen Blogeintrag 😉 Ich hoffe, es stoert Euch nicht, dass dieser Artikel mehr eine Art Erfahrungsbericht ist, als dass ich euch Informationen ueber unsere Projekte oder Tansania gebe. Mit Sicherheit werde ich auch davon mehr berichten, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist. Wenn der Ein oder Andere spezielle Fragen zu Tansania hat oder einem Freiwilligendienst oder unserer Einsatzstelle, freue ich mich sehr ueber Fragen und Anregungen und auch sonst ueber alle Art von Feedback, mich wuerde es sehr interessieren, wie Ihr diesen Artikel findet.

Liebe Grueße,

Lena

CHAGUA!!! VOTE!!! WÄHLE!!!

Liebe Leserinnen und Leser,

die letzten Wochen in Tansania waren sehr spannend, denn es standen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an, die am 25.Oktober stattgefunden haben. Und seit Donnerstag , den 29. 10. haben wir einen neuen Staatspräsidenten: CCM-Kandidat John Magufuli.

Zum Hintergrund:

Die regierende Partei Chama Cha Mapinduzi (CCM, auf deutsch: Revolutionspartei) und ihre Vorgängerin ist seit 1961, 54 Jahren, an der Macht. Soweit wir das mit unserem gebrochenen Kiswahili verstehen konnten, gab es die letzten Wahlen wohl keinen Konkurenten oder zumindest keine ernsthafte Konkurrenz. Aber dieses Jahr bekam die CCM erstmals ernsthafte Konkurrenz von der Oppositionspartei CHADEMA (Partei für Demokratie und Entwicklung) und drei weiteren Parteien, die mit CHADEMA ein Oppositionsbündnis geschlossen haben. Der Kandidat der Regierungspartei war John Magufuli, der von der Oppositionspartei Edward Lowassa.

Tansania Wahlen Kombo John Pombe Magufuli und Edward Lowassa (Foto: AP Photo/Khalfan Said)
links: Edward Lowassa, rechts: John Magufuli

Für mehr Informationen: http://www.dw.com/de/zwei-rivalen-k%C3%A4mpfen-in-tansania-ums-pr%C3%A4sidentenamt/a-18791965

Vor allem spannend war, was wohl nach Verkündigung des Wahlergebnisses passiert. Tansania gilt bis jetzt als das Vorbild einer gelungenen, afrikanischen Demokratie und zieht auch seine Nachbarländer in seinem Wandel mit. Bis jetzt verliefen die Wahlen und die Zeit danach recht ruhig, aber die Situation ist angespannt, da die Oppositionspartei den Sieg von Magufuli nicht anerkennt und eine Neuauszählung der Stimmen fordert. Immer wieder wird von Korruption gesprochen, aber der Antrag auf Neuauszählung wurde von der Wahlkomission abgelehnt.

In Sansibar dagegen gibt es zusätzlich zum Präsidenten über ganz Tansania einen eigenen Präsidenten. Diese Wahlen wurden für ungültig erklärt, da es mehr Stimmen gab als Wähler und die Oppositionspartei sich schon vorzeitig selbst zum Sieger erklärt hat. Dort finden nun innerhalb der nächsten 80 Tage Neuwahlen statt.

Nach diesem ganzen Trubel merkt man, dass in ganz Tansania wieder ein bisschen mehr Ruhe einkehrt. Während und vor der Wahl haben die Werbekampagnen ganz Tansania in ein buntes und lautes Treiben verwandelt. Es sind mehrmals täglich Lastwägen durch die Straßen gefahren, die mit riesigen Lautsprechern Musik gespielt haben oder politische Reden gehalten. An vielen Motorrädern findet man politische Fahnen und manchmal begegnet man auch Motorradkorsos wie bei uns nach einem WM-Spiel. Außerdem wurde in den Nachrichten fast nur über die Wahl berichtet und es war das Gesprächsthema in jedem Dalladalla (kleiner Bus) oder im Lehrerzimmer und beim Abendessen.

Außerdem steht eine Faust mit Daumen nach oben für CCM, was uns leider erst später erklärt wurde, denn wir haben oft in der Schule den Kindern einen Daumen nach oben gezeigt, wenn sie etwas gut gemacht haben. Und das Peacezeichen für CHADEMA, weshalb wir uns zuerst gewundert haben, dass manche Kinder uns auf den Daumen ein Peacezeichen gezeigt haben.

So haben wir die Wahl hier in Tansania erlebt. Mich würde interessieren, was so in Deutschland darüber berichtet wurde und was Ihr von der Wahl mitbekommen habt. Also ich freue mich über Kommentare und Rückmeldung.

So weit, so gut, mehr folgt bald ;)…

LG Lena

Über uns – the BIG FIVE in Butiama

Liebe Leresinnen und Leser,

alle diejenigen von Euch, die schon näheres über mein Projekt und meine Organisation wissen, können diesen Artikel einfach überspringen. Wobei Ihr vielleicht auch noch ein paar neue Sachen erfahrt, da sich einiges erst jetzt geklärt hat. Wenn Ihr also gerne mehr wissen wollt, wer z. B. meine Entsendeorganisation ist, mit wem ich zusammenwohne oder was meine konkreten Aufgaben hier sind, ist herzlich eingeladen, weiterzulesen.

Wir sind hier in Butiama vier deutsche Freiwillige, Laura aus Landshut, Jakobine aus Berlin, Marie aus Worms und  ich (Magdalena) aus Heidelberg. Wir alle machen einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Rahmen des „weltwärts“-Programm. Unsere Entsendeorganisation ist der „Internationaler Bund“ (IB). Wer noch genaueres wissen will, kann gerne auf diese Seite schauen:

http://www.weltwaerts.de/de/ueber-weltwaerts.html

Und das sind wir, die BIG FIVE. Der Name kam folgendermaßen zustande: Als ich auch endlich in Butiama ankam, einen Monat später als die anderen (am 5.10.), weil ich noch nicht 18 war, haben wir gleich unseren Nachbarn und Freund Pius besucht. Ich wurde total herzlich aufgenommen und gleich aufgeklärt, dass wir jetzt endlich komplett wären, die BIG FIVE, wie wir von Pius getauft wurden. Pius ist natürlich der Löwe, Jako der Gepard, Marie der Elephant, Laura der Leopard und ich die Giraffe, was sehr gut passt, da ich hier eine der größten bin. Und zusammen sind wir ein unschlagbares Team:

von links nach rechts: Magdalena, Marie, Jako und Laura
von links nach rechts: Magdalena, Marie, Jako und Laura

Zu unseren Einsatzstellen: Marie und Jako sind in einer Privatschule tätig, die von unserer Gastfamilie gebaut wurde, in der wir im Moment wohnen. Die Schule ist ein Internat mit Primary und Secondary School zusammen. Dort machen sie alle möglichen Kreativ-Angebote für die Kinder, wie z.B. Malunterricht, Gitarrenunterricht, singen mit den Kindern, basteln, geben Französischkurse und sie betreuen die Schulbücherei.

Exkurs zum Schulsystem in Tansania:

Es gibt hier vor der Primary School eine Preprimary School für Kinder von ca. 3-6 Jahren. Diese ist, sofern sie staatlich ist, kostenlos. Danach kommt die Primary School, die von Klasse 1-7 (Standard 1-7) geht. Diese ist auch, sofern staatlich, frei zugänglich. Dann kommt die Secondary School von Klasse 8-11 (Form 1-4, danach hat man ein O-Level), die kostenpflichtig ist und deshalb von vielen Kindern in unserer Region nicht besucht werden kann. Schließlich folgt für 2 Jahre die High School (Form 5-6, danach hat man ein A-Level) nach deren Abschluss man die Universität besuchen kann.

Die Alterszahlen variieren von Region zu Region. Bei uns z.B. sind die meisten Kinder in der Primary School schon älter (7-15 Jahre). Schüler, die den Sprung zum A-Level nicht schaffen, aber ein ausreichendes Ergebnis erzielt haben, können sich für eine Ausbildung für Grundschullehrer bewerben, oder verschieden Berufsausbildungen beginnen.

Dazu kommt noch der Unterschied zwischen Privatschule und staatlicher Schule. Der größte Unterschied liegt in der Anzahl der Kinder pro Klasse. Marie und Jako bspw. haben ca. 30 Kinder in der ganzen Primary School. Laura und ich haben bspw. 101 Kinder in der 2. Klasse alleine. Das ist aber wie gesagt nur ein Bsp., es gibt sicher auch Privatschulen mit mehr, und staatliche Schulen mit weniger Kindern. Aber ich schließe daraus, dass viele Eltern sich keine Privatschule leisten können. Zudem ist die Zahl der versetzten Schüler in Privatschulen höher. Gestern (31.10.) war an der Privatschule von Marie und Jako (M-Besa School) Graduation der Klasse 7 (Standard 7) und Klasse 11 (Form 4). Es wurden alle Schüler versetzt. Die Ergebnisse der Primary School Leaving Examinations (PSLE) in ganz Tansania sehen dagegen ganz anders aus. „The National pass rates were reported as having plummeted from 57% in 2011 to 30% in 2012“ (https://dfid.blog.gov.uk/2013/01/24/tanzanias-passfail-roller-coaster/). Auch insgesamt dünnen die Klassen an unserer Schule nach oben aus. In Standard 7 sind bspw. nur noch ca. 40-50 Kinder.

Lauras und meine Schule ist eine staatliche Schule. Unsere Aufgaben sind eigentlich Unterrichtsassistenz in Mathe und Englisch, was sich aber als etwas schwierig herausgestellt hat. Deshalb sind wir im Moment noch am rausfinden, wo Lücken und Nischen sind, in die wir reinpassen. Wir wollen z. B. gerne eine Brieffreundschaft mit einer anderen Schule beginnen oder Nachmittagsangebote wie Fußball oder basteln anbieten. Außerdem würden wir gerne Vorhänge nähen, um die Klassenräume etwas zu gestalten und unser Headmaster hat uns seine Idee vorgestellt, ein Wettbewerb zu starten, welche Klasse das sauberste Klassenzimmer hat. Der Preis soll am Ende des Monats eine Portion Porridge für diese Klasse sein.

Bis jetzt waren wir immer morgens in der Schule und haben vor allem die zweite Klasse in Mathe und Englisch begleitet. Aber wir haben z.B. auch mit der Klasse 6 einen Steckbrief auf Englisch: „Information about me“ gemacht. Die Ergebnisse werde ich nochmal vorstellen. Aber unsere Arbeitszeiten werden sich jetzt auch nochmal ändern, wenn wir endlich nächste Woche in unser eigenes Haus an der Schule ziehen werden. Dann können wir auch nachmittags Angebote anbieten, wie oben genannt.

So weit, so gut, ich halte Euch auf dem Laufenden. 😉

LG Lena

Mwanza in 2 Tagen und einer Nacht

Vorletzten Freitag, den 16.09.15, sind Laura, Marie, Jako und ich über das Wochenende nach Mwanza gefahren. Eine große Hafenstadt direkt am Victoria-See.

Karte von der Umgebung des Victoria-See
Karte von der Umgebung des Victoria-Sees

Dort sind wir spät abends angekommen und haben uns mit zwei weiteren Freiwilligen, Nico und Kilian, und ihren tansanischen Freunden, Emanuel und Mauma gertoffen. Schon wenig später kamen noch weitere Freunde dazu und es wurden noch spontan Leute eingeladen, mit uns die Zeit zu verbringen. Es war für mich ein Wahnsinn, was für ein Programm für uns auf die Beine gestellt wurde. Am Samstag sind wir morgens zum Markt und haben Zutaten gekauft, um alle gemeinsam zu kochen. Und was für ein Essen! Wir haben Reis, Süßkartoffeln, eine Art Spinat (mchicha), Gemüse (mboga), Salat, eine würzige Sauce und Obststalat zum Nachtisch zubereitet. Da noch die Sonne schien haben wir alles im Freien über einer Kohlestelle und einem Gaskocher gekocht, was ungefähr 5-6 Stunden gedauert hat.

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Von links nach rechts: Marie, Jako, Laura, Kilian und hinten Nico
Von links nach rechts: Marie, Jako, Laura, Kilian und hinten Nico

Danach wollten unsere Gastgeber eigentlich mit uns auf einen Aussichtspunkt steigen, um den Sonnenuntergang über dem Victoriasee zu sehen, doch dieser Plan fiel wortwörtlich ins Wasser, als es fast pünktlich um sechs Uhr anfing zu regnen. Hier fängt jetzt nämlich schon die kleine Regenzeit an, die von Mitte/Ende Oktober bis Dezember geht. Stattdessen haben wir es uns alle in Maumas Haus gemütlich gemacht und uns Geschichten erzählt. Erzählen ist hier ein hohes Gut. Nicht selten werden Laura und ich aufgefordert einfach irgendetwas zu erzählen. So hören wir öfter mal das Wort: „Sema“ (dt.: „sag“) und ein erwartungsvolles Gesicht, was wir als Ausländer wohl zu erzählen haben. Genauso gerne erzählen uns die meisten Tansaner dann auch Geschichten von sich oder erklären uns Ihre Einstellung zu Religion, Liebe und Politik. Drei Themen, bei denen man nie zum Ende kommt 😉

Danach sind wir  zu einem öffentlichen Lagerfeuer am See gegangen, wo eine Gruppe von Menschen Gitarre gespielt hat, getrommelt, gesungen und beieinandergesessen. Es war sehr kuschelig und schön zusammen um das Feuer zu sitzen und wir konnten die meisten Lieder auch mitsingen, da es oft englische Charts waren, wie z.B. „All of me“ – von John Legend – oder das bekannte Lied „No woman, no cry“ – von Bob Marley -. Zu Guter letzt sind wir abends noch in die Disco gegangen und haben dort bis morgens getanzt. Im Vergleich zu unserer Dorfdisco in Butiama hat man in der Disco in Mwanza viele europäische oder internationale Lieder gehört. Während in unserer Dorfdisco eigentlich ausschließlich tansanischer Bongo Flava gespielt wird. Zu den Sängern, die man unbedingt kennen muss, gehört unter anderem „Diamond“.

Insgesamt ist uns extrem aufgefallen, wie sehr sich unser Freiwilligendienst in Butiama von dem Freiwiligendienst von Kilian und Nico in Mwanza unterscheidet, obwohl sie eigentlich nur 3 Stunden entfernt wohnen. Die Größe der Stadt macht einen gewaltigen Unterschied, so sieht man viel mehr hellhäutige Menschen in Mwanza und kommt auch mit seinem Englisch gut zurecht, während wir in unserem Dorf die einzigen hellhäutigen Menschen sind und sehr auffallen. Schon kleinere Entfernungen können einen Unterschied in der lokalen Kultur ausmachen, z.B. die Entfernung von einem Dorf zum nächsten. Denn in Tansania leben mehr als 126 Stämme, wie uns heute unser Freund und Nachbar Pius erzählt hat. Deshalb lernen wir hier quasi drei Sprachen: Kisuaheli, Kisanaki und Jita, was alles in unserer Umgebung gesprochen wird.

Soweit erst mal zu unserem Wochenende. Heute steht die Präsidentschaftswahl in Tansania an und wir sind alle sehr gespannt, wie die Wahl ausgeht und wie sich die Situation hier entwickelt. Mehr dann ein ander mal ;)…

LG Lena